Mette Ingvartsen (DK)

to come (extended)

herbst-Eröffnung

G
Tanz / Musik
O
Graz
 

Zur Eröffnung des steirischen herbst experimentiert die gefeierte Choreografin Mette Ingvartsen mit sinnlichen, erotischen und sozialen Körpersprachen. Lust- und freudvolle Situationen werden ausgedehnt, bis sie in einem gemeinsamen Fest kulminieren. Eine Choreografie, die gleichzeitig fesselt und stimuliert.

to come (extended) (Foto: Jens Sethzman)

Tipps


steirischer herbst Eröffnungskonzert

Pursuit of Happiness

Bacchae – Prelude to a Purge

Der herbst im 6er- und 10er-Block!

Uraufführung

 

Fr 22/09, 19.30

Helmut List Halle

180’

24 €

 

Die Vögel – live

Fr 22/09, 22.30

Helmut List Halle

Eintritt frei

 

Mit Die Vögel (DE)


Ständig umgeben uns Bilder sexueller Körper – auf Plakaten und in Magazinen, im Fernsehen und im Internet. Das Intime und Erogene beeinflusst, wie wir leben, was wir kaufen und wie wir uns bewegen. Mit ihrer Performance „to come (extended)“ untersucht die dänische Choreografin Mette Ingvartsen dieses unfreiwillige Ineinandergreifen von Öffentlichkeit und Privatheit. Sie hüllt ihre 15 Tänzerinnen und Tänzer in blaue Ganzkörperanzüge und setzt damit der Bilderflut aus nackter Haut und expliziter Erotik ein abstraktes Bild entgegen.

In verschiedenen Geschwindigkeiten und Rhythmen erproben diese sinnlichen Körper eine nicht enden wollende Reihe orgiastischer Formationen. Die figürliche Orgie verwandelt sich in einen Chor, gefolgt von einem energiegeladenen Paartanz, bei dem sich die Tänzerinnen und Tänzer aus ihren Anzügen schälen und gutgelaunte Swing-Schritte aufs Parkett legen. Die Freude an abstrakten Farben und Formen vermischt sich mit einem Gefühl rhythmischen Pulsierens, während soziale Strukturen sich auflösen.

Nach „69 Positions“ und – beim steirischen herbst 2015 – „7 Pleasures“ kehrt Mette Ingvartsen zu einer frühen Auseinandersetzung mit Sexualität zurück. „to come (extended)“ ist die um zehn Mitwirkende erweiterte neue Version einer Inszenierung aus dem Jahr 2005. Durch die Neubearbeitung konfrontiert Ingvartsen sich selbst und ihr Publikum mit der heiteren Perspektive, aus der sie zu Beginn ihrer internationalen Laufbahn auf sexualisierte Darstellungsformen blickte.

Mit ihrer Gruppe inszeniert sie ausgedehnte Lustzustände, in denen Erregung sowohl radikal verlangsamt als auch energievoll beschleunigt wird, und zögert so den kollektiven Höhepunkt bewusst immer weiter hinaus. Deshalb ist der Abend mit dem Applaus auch noch nicht beendet, sondern geht nahtlos über in ein sinnliches Fest mit dem Publikum, gekrönt vom Live-Konzert des Hamburger Elektro-Brass-Duos Die Vögel. Tanzen, essen und feiern Sie mit uns!

Konzept, Choreografie und Bühne Mette Ingvartsen
Mit Johanna Chemnitz, Katharina Dreyer, Bruno Freire, Bambam Frost, Ghyslaine Gau, Elias Girod, Gemma Higginbotham, Dolores Hulan, Jacob Ingram-Dodd, Anni Koskinen, Olivier Muller, Calixto Neto, Danny Neyman, Norbert Pape, Hagar Tenenbaum
Ersatz Alberto Franceschini, Anuschka von Oppen, Manon Santkin
Licht und Bühne Jens Sethzman
Musikarrangements Adrien Gentizon
Kostüme Emma Zune
Dramaturgie Tom Engels
Lindy Hop Lehrer Jill De Muelenaere, Clinton Stringer
Tontechnik Adrien Gentizon
Assistenz Produktion Elisabeth Hirner, Manon Haase
Management Kerstin Schroth

Auftragswerk steirischer herbst

Produktion Mette Ingvartsen / Great Investment
Koproduktion steirischer herbst, Volksbühne Berlin, BUDA Kortijk, Festival d’Automne, Les Spectacles vivants / Centre Pompidou, Dansehallerne Copenhagen, CCN2 – Centre choré-graphique national de Grenoble, Dansens Hus Oslo, SPRING Performing Arts Festival, NEXT / le phénix scène nationale Valenciennes pôle européen de création
Mit Unterstützung von Flemish Authorities, Danish Arts Council
Projektsponsor AVL Cultural Foundation

Mette Ingvartsen (DK)

Mette Ingvartsen, geboren 1980 in Århus/Dänemark, arbeitet als Choreografin und Tänzerin. Bereits Mitte der 90er war sie Teil mehrerer Tanzkollaborationen, ehe sie von 1999 bis 2004 an der Hogeschool voor der Kunsten in Amsterdam und den Performing Arts Research and Training Studios (P.A.R.T.S.) in Brüssel studierte. 2002 präsentierte Ingvartsen mit „Solo Negatives“ ihre erste selbständig konzipierte Performance; 15 weitere sollten im Laufe der Jahre folgen – drei davon waren auch beim steirischen herbst zu sehen: 2009 wurden „GIANT CITY“ und „evaporated landscapes“ im Rahmen des Festivals uraufgeführt, 2014 kehrte sie mit „7 Pleasures“ zurück. Neben ihren Solostücken arbeitet die Dänin auch regelmäßig mit anderen Choreografen, wie beispielsweise Boris Charmatz („Expo Zero“, 2010) oder Xavier Le Roy („Floor Pieces“, 2010), zusammen und gehört dem künstlerischen Team von Chris Dercon, Leiter der Volksbühne Berlin, an.

//metteingvartsen.net